Kategorie: Redaktionsalltag

Ich muss mich zusammenreißen. Da studiert man schon etwas mit dem vielsagendem Namen “Online-Journalismus” und dann nimmt Print auf einmal Überhand. Um dem heute aktiv entgegenzuwirken rühre ich jetzt auch mal in der Welt Weiten Wundertüte kräftig die Werbetrommel für mein erstes und eigenes VW SPEED-Ramschgewinnspiel!

Ihr findet es entweder in “Das Letzte” der VW SPEED 12/08 oder direkt hier:

Um teilzunehmen schickt einfach ein witziges Pic von euch oder ein witziges Pic mit eurem Auto, oder auch von euch und eurem Auto… völlig egal, Hauptsache verrückt (Falls der, der sich beim Kotflügel ablecken fotografiert hat hier mitliest… ganz großartig!) an prakti@vw-speed.de Hauptsache ihr klaut nicht irgendwelche fertigen Fun-Pics von lachschon.de oder der Google-Bildersuche (No Chance, die kenn ich eh schon alle…). 

Um euch zu inspirieren, hab ich euch das mal vorgemacht:

 
Ihr könnt entweder Pappaufsteller in den Arm nehmen oder…


..euch dabei fotografieren lassen, wie ihr hämisch lachend mit eurem 40 PS Käfer einem 345 PS Audi TT Starthilfe geben müsst, weil er sich weigert anzuspringen (aber zieht vorher die Hose hoch…). Ach am besten ihr trinkt einfach etwas von…

 
…Arnes Tee!

Ihr seht also, die Wege sind vielfältig und “dumme Bilder machen” wird schließlich auch belohnt. Es gibt nämlich *Trommelwirbel* Preise! Hier nochmal im Schnelldurchlauf:

 
1.Preis: Das Prakti-Archiv. Komplette VW SPEED-Sammlung von 1995 bis 2001


2.Preis: Martin und Stefans VW SPEED-Aufreisser-Special!

 
3.Preis: Joachims und Uwes Vision2Page Gründungs-Starter-Set!


4. Preis: Georgs und Arnes Grüße aus der Guten Fahrt-Redaktion!

 

Ihr seht also, es lohnt sich ;)

Einsendeschluss ist der 14.November 2008.

…also am Freitag. 5 Tage Zeit also im digitalen Fotoarchiv zu kramen oder Blitzerfotos einzuschicken oder oder Felgen-Adventskränze… gnach, so viele Ideen… Ich muss aufhören von diesem §$(“)$-Tee zu trinken…

10.November 2008

VW Speed 12/08

Texte von mir:

- News (Seite 20 – 23)
- Käfer “Schall und Rauch” (Seite 44 – 49)
- Need for Speed: Undercover (Seite 50 – 52)
- Caddy “Ahnenforschung” (Seite 126 – 131)
- Das Letzte (Seite 144 – 145)

Um in der Karlsruher Innenstadt für Kopfschütteln und erhöhte Aufmerksamkeit zu sorgen, benötigt man folgende Dinge:

- eine vollkommene Schnapsidee
- Lorenz Fritz
- Scheibenputzwasser & Papiertücher einer bekannten Aral-Tankstelle
- einen 65er Käfer
- vier übrig gebliebene GUTE FAHRT-Aufkleber vom Sommerreifentest

Bei bereits vorhandener Schnapsidee stellt man den 65er Käfer (je älter desto besser) neben die Tankstelle (geht auch Shell, OMV, etc.), besorgt sich ca. fünf Papiertücher , befeuchtet sie im Eimer fürs Scheibenputzwasser, drückt alles Lorenz Fritz in die Hand und macht ein Foto:

Nach sorgfältiger Reinigung des Untergrunds und anschließendem Trocknen (ruhig mehr Papiertücher verwenden, sind umsonst!) kann dann vorsichtig der erste von vier Aufklebern in möglichst zentraler und grob waagerechter Position angebracht werden:

Wir wiederholen den Vorgang an allen vier Ecken des Fahrzeugs und erhalten so mit minimalem Aufwand maximale Verwirrung im Karlsruher Straßenbild. Das Endrohr präsentiert ihnen mit Stolz den neuen alten Dauertestwagen der GUTEN FAHRT:

Mein äh… Auto. Was wir jetzt 42 Jahr lang genau alles damit getestet haben, muss ich mir noch überlegen, aber eine passende Headline hab ich auf jeden Fall schonmal im Kopf:

“GUTE FAHRT: Käfer im Dauertest! 42 Jahre und erst 3 mal durchgerostet!°

Viel Spaß beim Nachbauen und allzeit eine GUTE FAHRT wünscht:

Ihr Praktikant…

Montag:

  • 1:20 Uhr: Die letzte Zeile von “Das Letzte” fertig geschrieben, jetzt schlafen!
  • 9:30 Uhr: Redaktionsschluss VW SPEED 12/08, alle meine Artikel nochmal mit Stefan durchgehen, wenig Rechtschreibfehler, sonst auch nichts auszusetzen, juche!
  • 13:30 Uhr: Abfahrt mit Audi A3 nach Vizzola in Italien zum GUTE FAHRT Sommerreifentest 2009
  • 19:45 Uhr: Ankunft Hotel “Best Wester Cavalierie della Corona”


Musterbeispiel einer voll ausgebauten italienischen Autobahn

Dienstag:

  • 6:30 Uhr: Mein Wecker klingelt
  • 7:30 Uhr: Abfahrt zum Pirelli Reifentestgelände in Vizzola
  • 9:30 Uhr: Ich sitze auf dem Beifahrersitz des Test GTIs, am Steuer sitzt der langjährige Testfahrer von Pirelli (mittlerweile in Rente)
  • 9:31 Uhr: Habe den Satz “Ich kann Autofahren!” aus meinem Wortschatz gestrichen…
  • 14:26 Uhr: Reifenwechsel Nummer 382192,3
  • 16:15 Uhr: Fachsimpel mit GUTE FAHRT-Kollegen Bernd Weiser über gebrochene Reifenkanten, Abrieb, Aufschwimmen, Übersteuern und Lastwechselreaktionen
  • 20:15 Uhr: Abendessen. Am Tisch sitzen der Chef der Testabteilung von Pirelli Europe und der Chef von Streetec
  • 23:58 Uhr: Ernsthafte Diskussion über ein Pirelli-Kondom mit realitätsnahem Profil, wahlweise auch mit Noppen und Spikes!


Letzten Freitag in Stuttgart: Lademeister Michael Zinreich präsentiert den sterbenden Schwan in 225/45-17


Golf-Besitzer möchte erst alles einmal anprobieren…

Mittwoch:

  • 2:14 Uhr: Magen an ranzigem Salatöl verdorben, lasse mir alles nochmal über dem Waschbecken durch den Kopf gehen
  • 6:30 Uhr: Wecker klingelt, vollkommen umsonst, Nacht auf dem Klo verbracht
  • 10:45 Uhr: Im Kofferraum vom Redaktions T5 auf 4 leeren Felgenkartons eingepennt
  • 13:30 Uhr: Wieder wach!
  • 14:26 Uhr: Fest entschlossen meine Nankang-Sparbrötchen gegen Qualitätsgummis zu tauschen
  • 14:28 Uhr: Vorsatz mangels Alternativen in 145/80-15 wieder verworfen
  • 17:30 Uhr: Heimfahrt mit Fotograf Stefan Bau nach Karlsruhe
  • 23:34 Uhr: Ankunft in Karlsruhe


Kaugummis in unbegrenzter Vielfalt

Donnerstag:

  • 10:45 Uhr: Wieder in der Redaktion, Auto tauschen: A3 gegen Dauertest Tiguan
  • 11:30 Uhr: Abfahrt Richtung München zum Sony Pressetermin für die Games-Seite der VW SPEED
  • 15:14 Uhr: Zum ersten Mal “Motorstorm 2″ und “Little Big Planet” gegen den PR Juniorchef von Sony Deutschland gezockt
  • 16:30 Uhr: Pressetermin und Abendessen zu “Buzz! Das Kochquiz!” ausfallen lassen, da allein der Gedanke an Essen seit Italien bei mir immernoch einen leichten Würgereiz auslöst
  • 16:45 Uhr: Auto in München wieder gefunden, Heimfahrt Richtung Karlsruhe
  • 19:50 Uhr: Stau, Stau, Stau auf der A8, aber wieder heil in Karlsruhe angekommen


“Möchten sie etwas essen Herr Abele?” – “Äh… lieber nicht”


Gerne übergreifend: “Little Big Planet” im VW SPEED Dauertest

Freitag:

  • 9:54 Uhr: Endlich wieder im eigenen Büro
  • 10:30 Uhr: Alle alten Pressemitteilungen, News, Mappen, Bilder, CDs, Datenblätter, Layouts meiner Artikel und News der VW SPEED 12/08 wegwerfen, archivieren, abheften, unter den Teppich kehren
  • 11:45 Uhr: Reifentest-Erfahrungsbericht im Büro von Joachim
  • 13:14 Uhr: Bilder auswählen und Layoutvorschlag erstellen für Polo 86C für die VW SPEED 1/09, nachdem Grafiker Stefan Dennig das Layout fertig hat an freien Autor verschicken
  • 15:30 Uhr: Währenddessen Bilder für eigenen Artikel sichten, Layoutidee ausdenken
  • 18:00 Uhr: Grundsatzdiskussion mit Georg über die Verwendung von Links in Zeitschriften
  • 18:45 Uhr: Mails beantworten
  • 19:28 Uhr: Feierabend, Wochenende!

Morgen ist SPEED-Deadline und eins möchte ich gleich sagen, denn ich bin etwas stolz auf mich: Die ToDo-Liste ist abgehakt! Zwar um 1:20 Uhr Sonntag Nacht aber immerhin! Wieder siegt Chaos gegen Zeitmanagement 1:0! Oder naja, sagen wir unentschieden. Der Haken an der Geschichte ist… ich hab mein Wochenende im Büro verbracht. Geplant war das eigentlich nicht, ein Tag hätte vollkommen gereicht. Dass ich Samstag aber schlicht und ergreifend nichts auf die Reihe brachte hatte vor allem drei Gründe…

…und die saßen alle bei mir auf der Couch. Und wer würde die bitte rausschmeissen? Auf jeden Fall nichts hingekriegt, zumindest nichts was sich irgendwie in Häckchen auf einer gewissen ToDo-Liste niedergeschlagen hätte. Also heute… und wenn man an einem Tag schon flotte 12 Seiten füllt, warum dann nicht Nachts auch noch das Endrohr. Also gibt’s hier jetzt noch eine ganze Ladung loser Pics, die sich auf meinem Handy so angesammelt haben. Ihr werdet leider nie wieder in den Genuss qualitativ hochwertiger Handypics in der SPEED kommen, denn Chefgrafiker Uwe bringt mich direkt um wenn ich noch einmal Sätze sage wie “Ich weiß die Bildqualität ist scheiße, aber aber die Eos war zu groß und ich hatte die gerade nicht dabei…”. Also, viel Spaß mit den Bildern… alle von der Qualität her grottenschlecht aber dafür auch garantiert nicht nachbearbeitet!


Gefangener Stefan M., vielen besser bekannt als S. Matern ist wieder flüchtig


VW SPEED-Werkstattteam bestehend aus Praktikant und Martin Santoro im Notfalleinsatz. Es hätte uns auch ja mal jemand sagen können, dass bei diesen Amerikanern die Batterie-Pole
auf der
falschen Seite sitzen….


Das gesunde und nahrhafte Redaktions-Frühstück von Aral lässt mal wieder keine Wünsche offen…


E-Mail von Praktikant an Stefan: “Bereite mich doch mal bitte auf den Pressetermin vor…”
E-Mail von Stefan an Praktikant: “Kauf dir nen Anzug, vernünftige Schuhe, geh zum Frisör und lern alle Superlative auswendig!”
Gesagt – getan!


Normverbrauchsfahrt mit dem Spritspar-Modell Sharan-Bluemotion für die GUTE FAHRT. Da niemand den (§$/)”§(§-Code fürs Radio hatte und die Klimaanlage bei einer Normverbrauchsfahrt ausbleibt heißt das: Vier Stunden bei geschätzten 38 Grad in völliger Stille… oh ja, ich hatte viel Zeit über mein Leben nachzudenken…


Bei einer Normverbrauchsfahrt wird übrigens auch randvoll getankt. Das heißt also Schütteln > Tanken > Schütteln > Tanken > Schütteln… bis keine Luft mehr im Tank ist. Und ja, dass sieht ziemlich dämlich aus. Den Gesichtern von Arne und Georg nach zu urteilen, muss es sich aber zumindest gut anfühlen…

Ich gebe zu, ein paar Häkchen mehr wären nicht schlecht, aber hey, sind ja noch vier Tage. Als ich hier geschrieben habe ich würde mit meinen Artikeln “gut in der Zeit liegen” muss ich wohl kurzfristig den Verstand verloren haben. Viel halbfertig, aber nichts ganz. Wir lernen: Special Features und neue Ideen kosten ganz schön Zeit (okay, wenn ich ehrlich bin: “die frivolen Wünsche der GUTEN FAHRT-Redakteure”), aber man wächst ja bekanntlich an seinen Herausforderungen also…

Let’s get it on!

8.Oktober 2008

Tag 66: Polizei 2.0

Wer bei der Überschrift schon lachen musste, sollte ab hier jetzt besser aufhören mit lesen, denn um es mit den Worten des Herrn Wachtmeister zu sagen: “Sie sind also gegen ein parkendes Auto gefahren?!?!???”


Der neue Passat – jetzt auch mit Kratzer!

Ja, bin ich! Es war überhaupt der erste Unfall, der mir in meinem ganzen bisherigen Leben passiert ist. Und weil man sein erstes Mal bekanntlich ja immer etwas besonders gestalten sollte, habe ich mir dafür direkt den (für Praktikanten-Verhältnisse) sündhaft teuren A6 Allroad 3.0 TDI Dauertestwagen der Guten Fahrt ausgesucht.

Der Unfallhergang ist eigentlich genauso unspektakulär wie dämlich. Ich zitiere aus der Schadensmeldung: “Aus Redaktionseinfahrt ausgefahren, nach rechts in die Straße “Am Sandfeld” abgebogen, Passat übersehen der in zweiter Reihe parkte, folglich zu eng abgebogen, mit Radlauf hinten rechts Passat-Stoßstange hinten links touchiert”. Das Ganze hab nicht ich mir ausgedacht, sondern zwei Polizisten von der örtlichen Rennleitung.

Da besagter A6-Testwagen bei Audi Vollkasko versichert ist, war die Sache für mich zum Glück kein finanzieller Ruin, hatte aber einen nervigen kleinen Haken. Audi akzeptiert Schadensmeldungen nur, wenn sie von der Polizei aufgenommen wurden. Das heißt: Auch bei jedem noch so kleinem Kratzer und vollkommen klarer Schuldfrage muss man als angehender Autoredakteur die Rennleitung anrufen.

Und wenn der Praktikant schon einmal mit Polizeiaufgebot in der Redaktionseinfahrt steht, ist garantiert immer ein freundlicher Redakteurs-Kollege in der Nähe, um den ganzen Zirkus fotografisch festzuhalten.

In diesem Sinne: Danke… Georg…!

 
Von links nach rechts: Vollidiot, Polizist, Unfallopfer

PS: Natürlich gehörte der Passat unseren neuen Büronachbarn. Entsprechend herzlich fiel auch die Begrüßung aus (Die Handynummer stand auf einem “Bin gleich wieder da”-Zettel, der hinter der Windschutzscheibe lag): “Ja hier Michael Abele von der VW Speed. Sind sie von dieser Vermögensberatung im ersten Stock? Ja, Ja wir sind gerade neben ihnen eingezogen. Äh ja und ich habe ihr Auto kaputtgemacht…”

Neue Woche, neue Motivation – Hallooho Endrohr! Da der Umzug mit meiner endgültig letzten Fahrt (von geschätzten 172638) zum Recyclinghof jetzt vorbei ist und ich mit meinen Artikeln für die SPEED 12/08 ausnahmsweise hervorragend in der Zeit liege (man höre und staune), kann ich euch jetzt endlich zeigen, woran ich die letzten Tage so gebastelt hab. Es ist größer als mein WG-Zimmer, besser verarbeitet als jede Oberklassenlimousine und verfügt im Gegensatz zu meinem eigenen Auto sogar über eine Heizung! Nein, die Rede ist nicht von der Karlsruher Straßenbahn sondern von meinem unglaublich eigenem und absolut erstem… Büro!

Die Zeiten der ständigen Rechner-Wechsel („Hat jemand gerade Urlaub? Irgendjemand? Bitte!”) oder 13 Zoll Laptop-Monitore („War das jetzt ein Leerzeichen oder ein Absatz?”) sind also endgültig vorbei. Ich genieße als Praktikant jetzt den Luxus eines eigenen Arbeitsplatzes und ihr findet ihn hinter dieser…

…Türe. Falls einer fragt: Ja, ich bin stolz wie Harry!
Kleiner Rundgang gefällig?


Fast wie bei Ikea, nur besser

Dominiert wird die äußerst geschmackvoll ausgesuchte Einrichtung von einem Designer-Couchtisch,  bestehend aus einer alten Holzplatte die da noch so rum lag, vier alten CD-Ständern und vier Holzschrauben, immerhin voll verzinkt! Der Sessel, der Schreibtisch und das unglaublich schicke Beistelltischchen stammen aus dem SPEED-Lager (keine Fragen wie die da hingekommen sind, im Zweifelsfall war es garantiert Martin),  die Couch ist bei der Hausrenovierung meiner Eltern abgefallen und das, äh, funktionelle Holzregal hab ich für hart verdiente acht Euro im lokalen Baumarkt erstanden. Pappaufsteller „Pamela” gab es von Georg zum erfolgreichen Einzug und einen SPEED-Titel in Lebensgröße sollte einfach jeder haben.


Schreibtisch, Mac, Telefon, Laptop, Locher… was kann jetzt noch schiefgehen?


Gemütliche Sitzecke mit geschmackvollen Bildern für zahlreiche Geschäftsempfänge

Der erste Gast an diesem verheißungsvollen Tag 64 war übrigens Redaktions-Hund Sammy. Der sah heute Morgen genauso verpennt aus wie ich und fand keinen besseren Platz zum Entspannen als meinen todschicken Sessel.


Streichel-Mich-Dauergast Sammy

So sieht’s also aus, das Prakti-Headquarter. Dank fast grenzenlos schnellem Internet-Anschluss ab jetzt Garant für regelmäßige Endrohr-Updates und schmutzige Sofa-Geschichten. Mehr zum Umzug und reichlich Bilder findet ihr auf den letzten Seiten der kommenden SPEED 12/08!

PS: Ein Gute Fahrt-Redakteur beschwerte sich neuerdings darüber, dass hier für eine Tuning-Zeitschrift ja eigentlich viel zu wenig Mädels an den Wänden hängen. Um diese inakzeptable Situation aktiv zu verbessern (und natürlich nur deswegen) habe ich meine Pinnwand etwas umstrukturiert. Ich präsentiere also…

…die Pimp-Wand!

Bis jetzt war für mich der Umzug reine Fiktion. In meinem Kopf machten sich Gedanken breit, irgendwo zwischen “Jaja, irgendwann” und “Ist ja noch lange hin”. Von wegen! Heute hat mich die Realität eingeholt… auf einem Rollwagen (Redaktionsintern auch “Hund” genannt). Lager ausräumen stand heute ganz groß auf dem Tagesprogramm. Das heißt soviel, wie das komplette Archiv der VW SPEED und ihrem Schwestermagazin GUTE FAHRT in die neuen Redaktionsräume zu verfrachten. Also rund 25 Ausgaben jeder jemals erschienenen Guten Fahrt (Seit 1948…) und VW SPEED (nicht ganz so lange… 1995, immerhin) samt passender Regale aus der Tiefgarage von Gebäude A in den ersten Stock von Gebäude B schleppen. Los ging’s um 15:00 Uhr…

…mit dem äußerst komplexen Zusammenbauen der Rollwagen. Die Dinger zu besorgen, war mein Job. ALDI hat die übrigens gerade im Angebot und wie sich herausstellte sind die tatsächlich genauso billig wie instabil. Vorerst bescherte mit die Aufgabe allerdings den Gewinnerjob! Während ich auf den Treppen vor dem neuen Büro ziemlich entspannt vor mich hin werkelte…

… und eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass SPEED-Praktikanten nicht nur schreiben, sondern auch schrauben können, hatten es andere eher weniger… äh… entspannt…

…und schleppten bereits die ersten Regale in das neue Redaktions-Archiv. Der Name SPEEDiteur kommt eben nicht von ungefähr! Wie sich herausstellte war Redakteur Georg Otto in seiner Freizeit nicht untätig geblieben und hat wohl ganz im Stillen mal eben sein eigenes Umzugsunternehmen gegründet. Dachte wohl, dass würde keiner merken…

…EPP steht dabei laut eigener Aussage übrigens für “Eitler Porsche Poser”. Großartiger Firmenname. Jetzt habt ihr also einen Karton gesehen, insgesamt gab’s davon mehr als reichlich…

… gane drei Fuhren mit dem Redaktions T5 waren es am Ende. Die 393849 Fahrten mit dem Aufzug nicht zu vergessen. Aber, wir sind fertig! Irgendwer muss den ganzen Kram jetzt nur noch einsortieren und ich hab auch schon so eine leise Vorahnung wer das sein wird…

Es war eine einfache Aufgabe. Zu einfach um etwas falsch zu machen. Es gab nur mich, einen brandneuen Scirocco 2.0 TFSI und vielleicht drei Kilometer Weg. Der Deal war simpel: Ich hatte Georg (stellvertretender Chefredakteur Gute Fahrt) mein Auto geliehen. Er musste dringend seine Freundin vom Bahnhof abholen, sein fahrbarer Untersatz, ein Scirocco-Testwagen der Guten Fahrt, stand allerdings noch in der Tiefgarage und war mitten im Fotoshooting mit Fotograf Stefan Bau. Da Autos für ein Fotoshooting natürlich blitzsauber sein müssen und mein zweiter Vorname „Waschstraße” ist, war ich ebenfalls noch beschäftigt. Es ergab sich also folgende Situation: Georg mit meinem (Privat!)-Auto ab zum Bahnhof, ich hatte den Schlüssel für den Test-Scirocco in der Hand und für später wurde ein Treffen in der Karlsruher Innenstadt vereinbart um die Autos wieder zurückzutauschen.

Zugegeben, dass ich dabei einen 1965er Käfer im Marktwert von vielleicht 3 Tüv-Einzelabnahmen gegen das aktuelle Scirocco Topmodell mit 200 PS, Irgendwas-Soundsystem und hellbrauner Lederausstattung tauschte, machte mir die Entscheidung nicht gerade einfacher. Als Georg sich auf den Weg machte also laut „Geil-o-mat!” gebrüllt nur um direkt danach von Stefan Bau mit einem „Da hinten am Fenster ist noch ein Fleck, Prakti!” wieder hart auf den Boden der Realität zurückgeholt zu werden.

Um 20:15 Uhr waren schließlich alle Bilder für die Gute Fahrt 10/08 im Kasten, der Geruch von Scheibenklar chronisch in meinen Nebenhöhlen eingebrannt und mein rechter Fuß da wo er hingehört – auf dem Gaspedal. Ich war natürlich obligatorisch zu spät dran, ließ mich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Es waren ja nur drei Kilometer bis zum Treffpunkt (Des Redakteurs zweite Heimat: WOK China Schnellimbiss), die Musik im Radio entspannend und nichts wäre ärgerlicher, als wenn das Gesicht des Praktikanten zusammen mit einem Testwagen, der ihm nicht gehört, auf einem Blitzerfoto auftauchen.

Es wäre auch bestimmt alles gut gegangen, wenn ich nicht vollkommen unfähig wäre ein Restaurant zu finden, dass weiter als fünf Meter außerhalb meines Sichtbereichs liegt. Georg ahnte es schon, ich bestätigte es… ich hatte die richtige Einfahrt verpasst, war zu weit gefahren, stand jetzt vor einer roten Ampel und zudem noch auf der rechten Fahrspur. Zeit für den Innenstadt-Praktikanten-Plan B: Gas durchdrücken, linke Abbiege-Spur noch vor der nächsten Ampel erreichen, 180 Grad Wende über die Straßenbahngleise und Georg würde von meiner totalen orientierungstechnischen Inkompetenz nie etwas mitbekommen.

Der Plan scheiterte ungefähr nach ziemlich genau 50 Metern. Gaspedal ins Bodenblech getreten, 200 PS in quietschenden Vortrieb verwandelt und bis zur nächsten Polizeikelle stark beschleunigt. Eben… bis zur nächsten Polizeikelle. Glücklicherweise schafft es auch ein topmotorisierter Scirocco nicht, in 50 Meter die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h deutlich zu überschreiten. Keine 50 Meter nach der Ampel parkte ein Streifenwagen, die Beamten standen daneben und wer hat sie mal wieder nicht gesehen: ich! Das Quietschen meiner Niederquerschnittsreifen muss sie wohl irgendwie aufgeschreckt haben und da sie gerade sowieso nichts zu tun hatten hieß es nach ganzen ZWEI Kilometern Scirocco fahren:

„Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!”

Die folgenden Geschehnisse drehten sich um die eine alles entscheidende Frage, die einen der zwei Beamten sichtbar quälte: Was antwortet wohl ein (laut Personalausweis) 22 Jahre alter etwas verplant wirkender Typ auf die Frage, warum er gerade hinter dem Steuer eines brandneuen übermotorisierten Beinahe-Sportwagens mit Wolfsburger Kennzeichen sitzt und an der Ampel etwas Gummi großzügig auf dem Asphalt verteilt hat? Ich beschloss bei der (Halb-)Wahrheit zu bleiben:

„Ja also wissen Sie, dass ist so. Ich bin Redakteur (Praktikant fand ich in dem Moment eher unpassend) für die Automagazine Gute Fahrt und VW Speed. Die Redaktion sitzt in Karlsruhe-Neureut und ich komme gerade von der Arbeit. Das an der Ampel eben tut mir Leid, ehrlich. Ich fahre diesen doch sehr sportlichen Testwagen noch keine zwei Kilometer und habe die Leistung wohl einfach unterschätzt. Wissen sie, ich bin im Stress. Mein Chefredakteur wartet keine 300 Meter weiter da vorne ums Eck, ich bin spät dran und ich muss ihm unbedingt noch heute dieses Auto vorbeibringen. Das heißt ich bin in fünf Minuten wieder Fußgänger (fast) und richte heute Abend ganz bestimmt keinen Schaden mehr an. Könnten sie mich also bitte schnell weiterfahren lassen?”

Der Blick wirkte unentschlossen, aber die Antwort klang viel versprechend:

„Ja Herr Abele, diese Sportlichkeit muss man dann ja nicht sofort ausnutzen. Dann sehen sie mal zu, dass sie das Auto schnell abgeben. Ich hoffe, dass kommt nicht wieder vor!”

Großartig! Ehrlich währt halt doch am längsten. Es wäre bestimmt auch alles gut gelaufen, wäre nicht in der Zwischenzeit eine SMS von Georg auf meinem Handy aufgetaucht. Die Zusammenfassung klingt ungefähr so: „Hey Prakti, dauert zu lange, du hast dich bestimmt wieder verfahren, keine Lust länger zu warten, bin schon zu mir nach Hause gefahren, Adresse ist im Navi eingespeichert, bis später.” Also gut, dann halt nicht. Werd ich ihm halt vor der Haustüre alles erklären.

Ich gebe zu, in dem Moment dachte ich, ich hätte nur Vorteile: Geiles Auto unterm Arsch, geiler Typ am Steuer (maßlose Selbstüberschätzung), geile Anlage, und das Ganze Freitagabends in der Karlsruher Innenstadt. Ja, ich war bereit die Fahrt zu Georg nach Hause wirklich zu genießen. Also: Scheiben runter, Musik laut und ganz viel mit dem Schiebe… Hubdach rumspielen! Ich fühlte mich großartig.

Ich fühlte mich großartig bis ich mal wieder an einer roten Ampel stand und vor mir ein Polizeiwagen vorbeifuhr und links in meine Straße einbog. „Oh bitte bitte, lass es nicht die von gerade eben sein”…. Ha, Zonk! Als der Beamte am Steuer des silber/grüne Passat-Kombi neben mir auf der Gegenfahrbahn anhielt und mich mit großen Augen ansah, war mir alles klar. Das waren die Gleichen. Der gleiche Typ, der ihnen vor 10 Minuten in einer Kontrolle erzählt hat, er wäre den Redakteur und den Wagen ganz sicher in 300 Meter los, sitzt jetzt in besagtem Wagen auf der anderen Straßenseite, hat die Fenster unten, die Musik laut und versucht irgendwie cool auszusehen. Wenn Blicke töten könnten hätte Deutschland bei dem Blick des Polizisten um ganz Karlsruhe trauern müssen. Ich glaube er sagte so was wie:

„Heinz, ich glaub der Typ hat uns von hinten bis vorne verarscht!!!”.

Die Wahrheit, dass mein Chefredakteur in der Zwischenzeit heimgefahren war und ich ihm den Wagen jetzt da abliefern sollte, hätten sie mir ganz ganz GANZ sicher nicht abgekauft. Aber mit heruntergelassenen Scheiben laut Musik hören ist in Deutschland eben noch kein Verbrechen und so fuhren sie langsam, aber angesäuert, weiter. Das einzige was ich zustande brachte war ein dämliches Grinsen. Es sollte so aussehen wie ein „Das war alles die Wahrheit, wirklich!”-Grinsen, aber es wirkte wohl eher wie ein „Haha, ihr Deppen!”-Grinsen. Daran muss ich wohl noch arbeiten…

Nach der Ampel war ich laut Navi auch fast bei Georg. Der dachte natürlich immer noch ich hätte mich hoffnungslos verirrt und im Nachhinein weiß ich nicht ob es vielleicht besser gewesen wäre, ihn in dem Glauben zu lassen. Denn jedes Mal wenn die Wörter „Praktikant” und „Scirocco” jetzt in einem Satz fallen, ist der nächste zu 100 Prozent: „Hey, erzähl doch mal die Geschichte mit der Polizeikontrolle”

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